Arbeit und Eigentum

Immer hat der überlegne Mensch sich vom Tier dadurch unterschieden, dass er sich Vorräte schaffte, um Winter und Notzeit zu überstehen. So schon der Urzeitmensch. Ihm machte es die Natur schwer, durch Jagd und Fischfang, mit den allereinfachsten Waffen und Geräten, sich die Lebensnahrung zu erringen. Mit Fleiß und Mühe mussten die Vorräte an Wildfrüchten gesammelt werden.

Zäh verteidigte jeder seine im Kampf errungenen Lebensmittel. Der Verlust bedeutete oft Hunger und Tod. – So entstand der Gedanke des Eigenen, Selbsterkämpften. Die Entwicklung des Menschen hat aus dem Rassegefühl heraus, bedingt durch die Natur, verschiedene Begriffe von Arbeit und Eigentum geformt.

Der Eigentumsgedanke unserer Vorfahren war entstanden durch die Besitzergreifung des Bodens. – Unsere Vorväter haben den Urwald unserer Heimat gerodet, beackert und mit Bauerhöfen bebaut. Durch eigene Hände Arbeit haben sie der Natur Werte (Lebensmittel) abgerungen und sich zu eigen gemacht. So entstand das Eigentum und, weil sie an der Herdstelle des Hofes saßen, der Begriff des Besitzes.

Die Urwälder, die Weiden, Seen und Flüsse waren Gemeingut. Nur die gemeinsame Kraft konnte die Gefahren der Wildnis überwinden. Es war der Besitz der Gemeinschaft.

Wer den Hof des Einzelnen zerstörte, wer ihm den Boden nahm, zerstörte dadurch die Mittel zum Leben seiner Sippe, seines Stammes. Wer dem Einzelnen das Eigentum nahm, nahm dem Stamm und Volk die Ernährung. Deshalb der gemeinsame Kampf um die Erhaltung der Lebensgrundlage des Volkes.

In Kriegs- und Notzeiten (Missernte, Überschwemmungen, Feuer) waren so alle geeint in der Kampf- und Notgemeinschaft. Jeder Volksangehörige hatte seine Eigenwünsche dem großen Ganzen unterzuordnen. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!“ war der Ausdruck germanischer Treue zu seinem Volk und seinem Stamm (also Sozialismus = Gemeinsinn).

Nicht alle Völker kennen diesen Eigentumsbegriff unserer Vorfahren. Aus ihren Nomadendenken heraus haben wandernde Hirtenvölker wie Araber und Tataren (Hunnen) oder Händlervölker eine völlig andere Auffassung des Besitzes.

Kannten sie doch von alters her nicht die Arbeit auf eigener Scholle. Mit ihren Viehherden zogen sie von Weideplatz zu Weideplatz. Der stärkste Stamm hatte die größten Weidegebiete. Die Eroberer der Brunnen- und Weideplätze vernichteten, mit Ausnahme weniger Sklavinnen, restlos die Besiegten. Unnütze Esser wollte man nicht dulden. Sklaven zur Arbeit wurden kaum gebraucht, da man eine Feldbestellung nicht kannte. Die üppige Natur sorgte für Vorräte, die ihr im Raubbau gewonnen wurden. Im Umherziehen ernteten diese Völker oft da, wo sie nicht gesät hatten. Stießen gleichzeitig mehrere Stämme in diesem Oasen aufeinander, so ergriff der mächtigste Besitz davon, oder sie errichteten nebeneinander ihre Zelte. Ein Dauerbesitz der Oase zugunsten eines Eindringlings war nicht möglich.

„Eigentum ist Diebstahl“ – wurde ihnen ein selbstverständlicher Begriff. Diese Auffassung vom Eigentum und von der Arbeit vererbte sich auf die Nachfahren dieser Hirtenvölker durch die Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag. Der Gedanke des Raubbaus , des Erntens, wo man nicht gesät hatte, bedrohte immer wieder die Entwicklung der Völker. Mit Recht hat sich der nordische Mensch, das germanische Bauernvolk, dieser Bedrohung entgegengestemmt. Es hat treu durch alle Zeiten an seinem Eigentumsgedanken festgehalten und eine Verfälschung nicht geduldet.

Haben auch die Formen des Eigentums und die Arten der Bewirtschaftung gewechselt, immer hat er zäh nach Bauernart sein Recht, sein durch ehrliche Arbeit erworbenes Eigentum verteidigt. Es wurde ihm heiliger Besitz. Nicht, weil es Hab und Gut war, um arbeits- und mühelos zu leben, sondern weil es Erbe der Väter ist. Heimatboden, mit Blut und Schweiß gedüngt. Ein Erbe, von dem es heißt: Was du ererbt von deinem Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!

Das ist der ewige Gedanke des deutschen Volkes von der Arbeit, vom Eigentum und von des Volkes Wirtschaft.